Namensherkunft von Lichtenfels

Den Namen trug bereits die um das Jahr 1000 auf der Anhöhe Burgberg, einem „lichten Felsen“, erbaute Veste. Sie wurde von den Marktgrafen von Schweinfurt gegründet. Im Jahr 1130 ging Sie an den Grafen Reginboto von Giech. Diese wurde im Bauernkrieg von 1525 zerstört.

Die Wurzeln der Andechser

Kurz nach 1000 lassen sich die Andechser als Inhaber einer Grafschaft an der oberen Isar sicher nachweisen. Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts erweiterten sie ihr Gebiet. Unter Graf Otto II. sogar bis ins Inntal und Niederösterreich.

 

Ankunft am Obermain

Graf Arnold von Dießen, war der erste Andechser, der mit Franken in Kontakt geriet. Er heiratete die jüngste Tochter des Schweinfurter Marktgrafen Otto. Trotz Güterverlustes behielten Sie ihre Macht und gründeten verschiedene Burgen, darunter Giech und Lichtenfels.

Als der Marktgraf Otto 1057 ohne männlichen Nachkommen starb, ging das Erbe an seine vier Töchter und Gemahlin über. So gelangten die Ländereien um Bayreuth an seine Tochter Gisela, die das Ausgangsgebiet der andechsischen Macht in Franken bildete.

Dienste in der Königs- und Reichspolitk

Neben der Heiratspolitik förderte vor allem der treue Dienst für König und Reich den Aufstieg der Familie. Berthold IV. pflegte das gute Verhältnis, welches sein Vater Berthold III. (Enkel des Graf Arnold von Dießen), zum Kaiser weiter. Er erhielt von Friedrich Barbarossa den Titel eines Herzogs von Meranien, Dalmatien und Kroatien. „Meranien“ bezieht sich dabei nicht auf die Südtiroler Stadt Meran, sonder leitet sich vom slawischen Wort mare = Meer ab und bezog sich auf die Bewohner Dalmatiens. Zugleich sollte der Titel Herzog von Meranien allen sichtbar zum Ausdruck bringen, dass sie mit den Wittelsbacher gleichrangig sind.

Der Erbgang

Da der Marktgraf Otto zu Schweinfurt keine männlichen Nachkommen hatte, vererbte er die Güter Giech und Lichtenfels seiner Witwe. Diese übertrug den Besitz auf Ihre Schwester Kunigunde von Beichlingen, die wiederum damit Ihre Tocher Mechthild ausstattete. Die Tochter Adela heiratete den Grafen Reginboto von Giech. Ihre gemeinsame Tochter Chuniza heiratete später den Sohn Bertholds II, Grafen Poppo I. von Andechs-Plassenburg. Als Hochzeitsgeschenk erhielt Chuniza die Veste Lichtenfels von Ihrem Vater. Als die Ehe in die Brüche ging überschrieb die fromme Gräfin den Besitz an das Bistum Bamberg. In diesem Schenkungsvertrag wird erstmals der Name Lichtenfels urkundlich bezeugt.

 

DOPPELHERRSCHAFT DURCH GEISTLICHE UND WELTLICHTE HERRSCHAFT

Für 60 Jahre, von 1177 bis 1237, stand Oberfranken unter geistlicher und weltlicher Herrschaft der Andechser. Zuerst kam Bischof Otto II. und Bischof Ekbert. Sie erbauten den Bamberger Dom.

Das Übergewicht der Andechser in Oberfranken zeigte sich daran, dass eine Reihe freier Adelsgeschlechter nun zu Ministerialen (1) der Andechser wurden. Zu ihren Hauptburgen zählten Giech, Arnstein, Niesten, Lichtenfels, die Plassenburg und die Festung Rosenberg über Kronach.

Das Maintal von Kulmbach bis Lichtenfels wurde durch die Burg in Burgkunstadt sowie Ministerialsitze in Weidnitz und Schwürbitz gesichert. Gerade für den Raum Lichtenfels waren auch die Vogteien über die Klöster Banz und Langheim entscheidend.

Herzog Otto VII von Andechs

Am 24. Juni 1215 wurde Herzog Otto zum ersten mal in königlichen Urkunden erwähnt. In seinem Schild führt er den goldenen Meranierlöwen über dem herkömmlichen andechsischen Adler.

Unter Herzog Berthold IV begann bereits der Ausbau der Siedlung Lichtenfels zum Markt. Nach 1231 ließ Herzog Otto VII von Andechs (Herzog Otto I. von Meranien) den Ort mittels Holzpalisaden befestigen. Am 21. Mai des Jahres 1231 gab der Herzog auf dem großen Marktplatz ein Fest. Der Markt Lichtenfels wurde zur Stadt ernannt, weil der Herzog laut Überlieferung zu der Veste in Lichtenfels kund tat: „Und überhaupt ist die Veste in Lichtenfels auf dem mitten aus dem breiten Maintal aufragenden lichten Burgfelsen neben Giech und dem kleinen, abgelegenen Niesten der liebste Aufenthaltsort im nördlichen Franken. „. Die Bürger sind Stolz auf diese Ehre und feiern ihr Herzoghaus Andechs-Meran.

Ein weiterer Grund für die Erhebung zur Stadt war, dass Lichtenfels eine rasche Verbindung zu seinem Bruder Bischof Eckbert auf dem Bischofssitz in Bamberg ermöglicht. Das war auch der Grund, warum die Kirche keinen Einspruch erhebte.

(1) Ministerialen im Hochmittelalter Seit dem 11. Jahrhundert verstand man unter dem Begriff Ministerialen ritterlich lebende Dienstleute mit eigener oder delegierter Herrschaft sowie politischem Einfluss.

DER NIEDERGANG DES GESCHLECHTS DER ANDECHS-MERANIER

Am 16. Juli des Jahres 1232 nahm Herzog Otto seine letzte Amtshandlung auf der Veste Lichtenfels vor und übergab seinen Besitz an seine Sohn Otto II von Meranien. Im Mai 1234 wurde er in seinem Lieblingskloster in Langheim neben seiner Gemahlin Beatrix von Hohenstaufen-Burgund beigesetzt.

Bischof Eckbert von Bamberg und sein Bruder Marktgraf Heinrich von Istrien wurden der Mittäterschaft bei der Ermordung des König Phillips von Schwaben bezichtigt. In einem ungesetzlichen Verfahren verloren sie ihren gesamten Besitz und wurden geächtet. Die Bestrafung stellte sich 10 Jahre später als Fehlurteil heraus.

Als 1249 Graf Otto VIII. von Andechs-Plassenburg (Herzog Otto II. von Meranien) verstarb, gab es langen Streit um sein Erbe am Main. Seine Schwester Elisabeth, mit Burggraf Friedrich III. von Nürnberg verheiratet, erbte schließlich das Bayreuther Land. Seine Schwester Beatrix erbte das Gebiet um Kulmbach. Der Besitz Lichtenfels ging an das Hochstift Bamberg.

Literaturnachweis

  • Herzog Otto I. von Meranien, ein Leben für den Reichsfrieden, Erich Andreas Reinlein, erschienen im Verlag H.O. Schulze Lichtenfels
  • Herzog Otto II. von Meranien, der letzte der Meranier, Erich Andreas Reinlein, erschienen im Verlag H.O. Schulze Lichtenfels